Photovoltaik – Anlagen selbst montieren – ist das möglich

 

Sie Interessieren sich für die Montage einer Photovoltaik-Anlage? Wir sagen Ihnen worauf Sie achten müssen und was wichtig ist! Photovoltaiksysteme, die dafür benötigte Montagearbeit und der Verwaltungsaufwand sind nicht gerade günstig. Da überlegt sich die ein oder andere handwerklich begabte Person, die Komponenten zu beschaffen und selbst zu montieren. Aber ist dies denn möglich?

In diesem Blogartikel erfahren Sie, wie die eigenständige Installation schrittweise durchgeführt werden muss und welche Verpflichtungen diese Eigeninitiative mit sich bringt. Eines steht fest, umso größer die Anlage ist, desto stromautarker und auch unabhängiger ist man. Wissen Sie denn, wie Sie Ihre Anlage bemessen müssen, um das meiste Ihres Strombedarfes abzudecken? Alleine die Beschaffung der einzelnen Komponenten kann eine Herausforderung sein, wenn man nicht weiß, was man denn genau benötigt.

 

Nötige Kompetenzen für die Montage einer Photovoltaikanlage

Jetzt stellt sich die Frage, ob man die komplette Installation selbstständig durchführen kann oder müssen noch jemand hinzugezogen werden, welcher die nötigen Kompetenzen aufweist?

Zunächst müssen Sie sich überlegen, wo denn die Anlage am besten installiert werden soll, wo sie nicht stört und z. B. es auch keine eventuelle Verschattung gibt. Natürlich kann eine Photovoltaik-Anlage überall wie auf Freiflächen im Garten installiert werden. Jedoch wählt man meistens aus Platzmangel das Hausdach oder Garagendach. Dafür werden die folgenden drei Handwerksarten alleine für die Installation benötigt und zwar der Zimmermann, Dachdecker und Elektriker.

 

Eignung & Statik des Daches für die Montage einer Photovoltaikanlage

Aber ist die gewünschte Dachfläche überhaupt dafür geeignet & hält es die benötigte Last aus? Haben Sie beim Bau berücksichtigt, dass Sie das Haus mit einer Photovoltaikanlage nachrüsten, gibt es hier kein Problem. Haben Sie dies damals aber noch nicht mit eingeplant bzw. ist das Haus schon etwas älter, kann es gut möglich sein, dass das Gewicht der Photovoltaik-Module (ca. 25 kg pro m2) zu schwer ist – auch wenn in Deutschland in jedes Dach eine Belastungsreserve (für Schnee) integriert ist. Daher braucht man hier zusätzlich noch ein Statiker, welcher zusätzlich feststellen kann, ob die Anlage baugenehmigungsfrei ist. In manchen Fällen ist es auch nötig, das gesamte Dach neu einzudecken.

 

Anfrage beim Netzbetreiber zur Montage einer Photovoltaikanlage

Auch wenn in den meisten Fällen keine Genehmigung für den Bau eingeholt werden muss, müssen Sie beim Netzbetreiber anfragen. Denn beim öffentlichen Stromnetz muss jederzeit offensichtlich sein, wie viel Sie entnehmen und einspeisen. So werden alle Stromüberschüsse, welche Sie mit Ihrer eigenen Anlage produzieren und selbst nicht verbrauchen, in das öffentliche Netz gegen eine Vergütung eingespeist. Daher müssen Sie die Leistungsdaten der Photovoltaikanlage an den Netzbetreiber überliefern, welcher sicherstellt, dass die Anlage so ans öffentliche Netz angeschlossen werden darf bzw. ob noch Änderungen bei der Hausinstallation nötig sind (z. B. ist ein intelligenter Stromzähler (Smartmeter) ab einer Anlagengröße von 7 kWp verpflichtend).

Richtige Lage

Wie am Anfang schon erwähnt, sollte eine mögliche Verschattung der PV-Module verhindert werden. Denn jeder kleine Schatten, wirkt sich leistungsmindern auf die Anlage aus und die Anlage produziert folglich weniger Strom. Zwar hat man auf umliegende Bauten wie das Haus vom Nachbarn keinen Einfluss, auf Bäume im eigenen Garten aber schon. Daher sollte Ihnen hier klar sein, wo Sie die Anlage am besten montieren werden, um Ihre eigene Stromproduktion zu maximieren. Aber nicht nur der Platz sondern auch die Ausrichtung der Photovoltaik-Anlage spielt eine wesentliche Rolle für die maximale Leistungserbringung, welche nicht nur von der Sonneneinstrahlung sondern auch vom Stromgebrauch abhängig ist.

Photovoltaik

Befestigung der Photovoltaik-Module

Zuallererst benötigen Sie Metallwinkel, welche Sie zwischen den Ziegeln mit einer Konterlatten befestigen müssen. Das bedeutet, dass Sie an diesen Stellen die Dachziegel entfernen müssen. Erst dann kann man das eigentliche Metallgerüst (Profile) anbringen, welches zur Befestigung der PV-Module dient. Je nachdem, ob das Dach den geeigneten Winkel für die maximale Stromgenerierung aufweist, müssen Sie nun darauf achten, in welchem Winkel man das Gerüst befestigt.

Um die Materialien überhaupt aufs Dach zu bekommen, benötigt man in den meisten Fällen ein Gerüst oder ein Schrägaufzug, damit vor allem die Platten sicher auf das Dach gelangen und das Unfallrisiko für Sie selbst minimal ist.

 

Elektroinstallation der selbst montierten Photovoltaikanlage

Wie verbindet man nun die Photovoltaikanlage mit dem Hausanschluss? Je nachdem, wie Sie die Frage mit der möglichen Verschattung gelöst haben, können Sie nun die montierten Module parallel oder in Reihe miteinander verkabeln und mit einem Wechselrichter verbinden und schließlich ans Haus anschließen. Hört sich einfach an, der Anschluss ans öffentliche Netz darf aber nur ein registrierter und zertifizierter Elektroinstallateur vornehmen.

 

Inbetriebnahme einer selbst montierten Photovoltaikanlage

An und für sich ist die Anlage nun betriebsbereit und die Anlage kann eigenen Strom produzieren. Dies ist auch der Zeitpunkt, welchen Sie  schnellstmöglich an die Bundesnetzagentur weitergeben müssen, um für den nicht benötigten Stromüberfluss auch die Einspeisevergütung zu erhalten. Wie in einem anderen Blog-Artikel von uns, können Sie nachlesen, ob sich die Einspeisevergütung noch rechnet.

Zudem haben Sie sicher bereits festgestellt, dass es sich bei diesem Installationsumfang um eine einfache PV-Anlage ohne Speichersystem und ohne Kombination bzw. Verbindung mit einer Wärmepumpe handelt. Auch der gesamte bürokratische Umfang ist hier nicht berücksichtigt. Denn hier sind nur die verpflichtenden Schritte bis zur Inbetriebnahme angeführt. Wie sieht es aber mit der Antragsstellung von Förderungen, Rückholung der Mehrwertsteuer oder der Einkommenssteuerpflicht aus? Und was hat es mit dem Löschzertifikat auf sich? Zahlt es sich wirklich aus, auf „unnötige Kosten“ zu verzichten?

 

Fazit

Auch wenn es einige Installationsanleitungen zur Montage von Photovoltaikanlagen gibt, empfehlen wir dringend davon abzusehen. Denn dies ist nicht nur mit einer enormen Bürokratie, sondern auch mit einer Vielzahl von Risiken verbunden. So können z. B. möglicherweise Gewährleistungs- und Versicherungsansprüche verfallen (welche nicht nur die Photovoltaikanlage, sondern auch das Haus selbst betreffen), wenn Sie die Photovoltaikanlage selbständig und in Eigenregie installiert haben. Auch Ihre persönliche gesundheitliche Sicherheit steht auf dem Spiel, da jene Stromerzeugungsanlagen eine Spannung bis zu 1000 Volt aufweisen.

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage anschaffen wollen, gibt es einige Punkte, die Sie bedenken müssen, welche nicht alleine nur technische und handwerkliche Kompetenzen erfordern. Damit Sie so sorglos wie möglich die eigene Anlage genießen können, raten wir Ihnen, dieses Projekt an Experten zu übergeben. Zusätzlich ist ein gewisser Rund-Um-Service immer vor Vorteil.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Tatjana Rahman