Warum sich Photovoltaik-Anlagen für Gewerbebetriebe auch im Jahr 2021 noch lohnen!

 

Zwar hört man immer wieder, dass nicht nur für private Photovoltaik-Systeme, sondern auch für größere Betreibe die Einspeisevergütung sinkt. Jedoch ist die Nachfrage nach der solaren Stromproduktion wieder sehr stark angestiegen. Warum sich die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage für’s Gewerbe trotzdem im Jahr 2021 lohnt, erfahren Sie in diesem Artikel!

 

Voraussetzungen

Natürlich ist jeder Betrieb unterschiedlich. Daher gibt es auch hier keine Einheitslösungen für jeden. Besonders wirtschaftlich ist die Anlage, wenn die Betriebszeiten zwischen 8 und 18 Uhr liegen. Denn genau in dieser Zeit ist auch die Photovoltaikanlage am produktivsten. Wer sich überlegt, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, muss folgende Voraussetzungen mitbringen. Soll die besagte Anlage auf dem Dach installiert werden, muss geprüft werden, wie es hier um die Statik, Zugänglichkeit und der Verfügbarkeit sprich ob genügend Fläche zur Verfügung steht. Vielleicht gibt es aber auch Freiflächen, die Sie dafür verwenden könnten.

 

Zahlen & Kosten von Photovoltaik – Anlagen

Ist das Dach für eine Anlage geeignet, ist dies von Vorteil, da die Preise für Dachanlagen gesunken sind. Aktuell kann im Durchschnitt mit Kosten von 800 bis 1000 Euro pro installierter Leistung gerechnet werden. Folglich kostet dieser nachhaltig produzierte Strom dann ca. 7 Cent pro Kilowattstunde (inkl. anstehenden Reparaturen und Wartungen) bei einer Betriebsdauer von 20 Jahren. Umso länger die Anlage in Betrieb ist, umso geringer ist dieser Betrag. Haben Sie vor das Photovoltaik-System mittels 100-prozentiger Fremdfinanzierung anzuschaffen, so erhöhen sich die Kosten um etwa 0,5 Cent pro kWh. Hierzu bietet die öffentliche KfW-Bankengruppe eine vergünstigte Finanzierung als Förderung an, welche aber voraussetzt, dass eine bestimmte Menge ins öffentliche Netz eingespeist werden muss.

Aber nicht nur die Modul- oder Speicherpreise sind gesunken, auch die Höhe der Einspeisevergütung ist um einiges geringer als noch vor 20 Jahren. Wie im anderen Blogartikel schon erwähnt, wird dessen Höhe mit der Inbetriebnahme festgesetzt und ist somit für 20 Jahre stabil, was eine Kalkulationssicherheit bei den Einnahmen mit sich bringt. Dabei spielt die zu installierende Größe eine gewisse Rolle. Erst ab 100 kWp müssen Sie die gesamte produzierte Strommenge entweder komplett selbst verbrauchen oder direkt an einen Energiehändler vermarkten. Bei der Vermarktung ist diese um ca. 0,4 Cent pro kWh besser vergütet als die Einspeisevergütung. Hierbei ist abzuwägen, ob der direkte Verkauf des Stromes oder der Eigenverbrauch die Energiekosten schmälert.

 

Ersparnis für’s Gewerbe errechnen

Um herauszufinden, inwiefern man die jährlichen Stromkosten senken könnte, muss man die Differenz zwischen den Stromgestehungskosten und dem Einkaufspreis von Strom beim Energieanbieter bilden. Danach muss man noch die Höhe der EEG-Umlage abziehen (ab einer installierten Leistung von 30 kWp Pflicht!).  So erhalten Sie die Höhe der Einsparung, welche im aktuellen Jahr (2021) 6,5 Cent pro kWh beträgt und im kommenden Jahr (2022) auf 3,723 Cent pro kWh sinkt.

 

Volleinspeisung/komplette Direktvermarktung vs. Strom selbst verbrauchen

Wollen Sie nun die gesamte Menge ins öffentliche Netz einspeisen bzw. an ein Energieunternehmen verkaufen? Oder wollen Sie den selbst produzierten Strom auch selbst verbrauchen? Dies hängt ganz davon ab, wie hoch der aktuelle jährliche Verbrauch ist. Denn umso höher der eigene Stromverbrauch, umso höher ist die Kosteneinsparung im Vergleich zur Einspeisung bzw. zum Verkauf. Möglicherweise kann dieser noch dahingehend optimiert werden, um andere Ausgaben einsparen zu können. Beispielsweise können Sie den selbst produzierten Strom dazu verwenden, um Räume oder Wasser aufzuheizen und somit die bestehenden Heizkosten minimieren. Weiters wäre der Umstieg auf elektrische Firmenwägen (wenn das Aufladen während der Betriebszeiten möglich ist) oder der Betrieb von Lüftungs- & Klimatechnik mittels Photovoltaik denkbar, da die Bedarfskurve fast identisch mit der Produktion einer Photovoltaikanlage ist.

Daher ein Tipp vom Solar-Cluster-Geschäftsführer: Anlagen sollte man nie zu klein dimensionieren, da umso größer die Anlage ist, sich auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage erhöht. Demnach ist die Rendite genauso hoch wie die von kleineren Anlagen. Zudem ist man bei steigenden Energiepreisen besser abgesichert als bei kleineren Anlagen.

 

Lohnt es sich in gewerblichen Betrieben, in einen Speicher für Photovoltaik – Systeme zu investieren?

Auch für diese Frage gibt es keine einheitliche Lösung! Jedoch macht dies nur Sinn, wenn Sie zumindest einen bestimmten Anteil selbst nutzen. Weiters ist diese Entscheidung ganz vom Verbrauch bzw. von der Verbrauchskurve abhängig. Einerseits muss hier am Ende des Tages noch Strom über sein, der eingespeichert werden kann. Andererseits müssen Sie ermitteln, wie viel Strom Sie in jenen Stunden benötigen, wenn die Anlage selbst nur mehr wenig oder nichts (also in der Nacht) produziert. Möglicherweise werden Server gekühlt oder Flurförderzeuge geladen. Betriebe mit einem höheren Stromverbrauch haben meist eine intelligente Messeinrichtung (RLM-Zähler), welche die Verbräuche im 15-Minuten-Takt aufzeichnet. Daraus können Sie ein Lastprofil erzeugen (lassen), um eine Verbrauchskurve zu erhalten. Nun können Sie feststellen, welche Menge des Tagesverbrauchs die Photovoltaikanlage abdeckt. Bleibt hier am Ende des Tages noch Strom über, können Sie diesen einspeichern und in der Nacht verwendet.

 

Steuern

Das Betreiben bzw. Besitzen einer Photovoltaikanlage bringt einige steuerliche Themen mit sich, da Sie mit der Einspeisung in das öffentliche Netz Einnahmen erwirtschaften. Jedoch handelt es sich nicht nur um Möglichkeiten, sondern auch um Verpflichtungen, die ein zukünftiger Photovoltaik-Besitzer kennen sollte. Vor allem haben Photovoltaik-Anlagen auf Gewerbedächern oder -freiflächen eine bestimmte Größe, welche anders als bei kleineren Anlagen für private Haushalte nicht mehr von bestimmten Regelungen befreit sind. Grundsätzlich werden folgende Steuern mit einer Photovoltaikanlage in Verbindung gebracht:

  • Einkommenssteuer (wenn die Stromproduktion mit der  Anlage gewinnbringend ist)
  • Gewerbesteuer (Gewinn > 24500 € –> gewerbesteuerpflichtig)
  • Umsatzsteuer (Einspeisung ins öffentl. Netz > 50 % –> USt-Pflicht)
  • Grunderwerbssteuer (nur von Bedeutung, wenn Immobilie mit PV-Anlage erworben wurde & es sich um eine Indach-Anlage handelt)

Der erste Vorteil besteht für PV-Besitzer, dass das Finanzamt die Umsatz-/Mehrwertssteuer zurückzahlt, welches die Investition wesentlich attraktiver macht. Weiters gibt es durch die Abschreibung der Photovoltaikanlage weitere Punkte, welche Sie unter bestimmten Voraussetzungen geltend machen könnten. Wie bei jeden anderen beweglichen Wirtschaftsgütern (Achtung: Indach-Anlagen sind ausgeschlossen!) muss hier der Anschaffungspreis der Anlage linear abgeschrieben werden. Hierbei wurde vom Bundesministerium für Finanzen eine Lebensdauer von 20 Jahren festgesetzt. Somit ist jedes Jahr ein Zwanzigstel des Anschaffungspreises abzusetzen.

 

Fazit

Ob sich die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage auch für Betriebe lohnt, ist zu überprüfen. Jedoch könnten Sie die jährlichen Kosten um einiges senken, wenn hohe Stromverbräuche nicht vermieden werden können. Vor allem ist es von Vorteil, dass umso größer die Anlage (bis 100 kWp) dimensioniert ist, desto günstiger jede kWh ausfällt.  iZudem spricht eine gewisse Unabhängigkeit vom Energieversorger bzw. allgemein vom Energiemarkt und das nachhaltige Wirtschaften, welches sich zusätzlich positiv auf das öffentliche Auftreten auswirkt, für die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Tatjana Rahman