Photovoltaik beim Neubau 2021 – Was muss beachtet werden? Was ist sinnvoll?

 

Ein Neubau ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch kostenintensiv. Daher müssen bestimmte Aspekte gut durchdacht werden, um diese (auch im Nachhinein) problemlos umsetzen zu können. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie in Bezug auf Photovoltaik – Systeme beim Neubau beachten müssen.

 

Was müssen Sie bei der Planung eines Neubaus beachten?

Hierbei müssen Sie sich frühzeitig überlegen, welche Energieverbräuche im Allgemeinen durch welche Systeme (Verbraucher) anfallen werden. Dies ist besonders wichtig, um Systeme zu kombinieren und Kosten einzusparen. Die Auswahl des Heizsystem, stellt einen zentralen Punkt dar, welcher im Folgenden näher beschrieben wird. Wie sieht es mit einem elektrischen Fortbewegungsmittel aus? Wäre z. B. ein E-Roller sinnvoll, um kürzere Strecken nicht mit dem Verbrenner fahren zu müssen oder hol ich mir lieber gleich ein E-Auto?

Ist man zu dem Entschluss gekommen, sich eine Photovoltaikanlage auf das Dach installieren zu lassen, muss dies z. B. auch bei der Ausrichtung des Hauses und der Planung des Daches berücksichtigt werden (Vorsicht bei der Planung von Dachfenstern und Gauben). Auch die Planung der Elektroinstallationen und der Ausstattung des Daches sind betroffen, wenn ein PV-System her soll.

 

Für welches Energiesystem entscheide ich mich beim Neubau?

Ein zentraler Punkt beim Bau des Eigenheims ist die Energieversorgung. Dabei denkt man vorrangig an das Heizsystem, welches in jedes einzelne Haus integriert werden muss. Denn Strom sowie der Netzanschluss muss in der gesamten EU vom örtlichen Netzbetreiber jedem (diskriminierungslos) zur Verfügung gestellt werden.

Beim Heizsystem sieht dies etwas anders aus. Im Normalfall habe ich hier die Wahl zwischen verschiedenen Systemen, jedoch werden davon aus gesetzlichen Gründen nicht mehr alle angeboten oder sind nur mehr unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Jedoch gibt es hier keine einheitliche Regelung für ganz Deutschland, nicht einmal für die einzelnen Bundesländer. Wer sich für Gas oder Öl beim Neubau entscheidet, muss einen Teil der Wärmeerzeugung mit einem nachhaltigen Energiesystem erzeugen. Um die gesetzlichen Regelungen einzuhalten, baut man hier eine Solarthermieanlage für die Warmwassererzeugung ein. Photovoltaik gilt hier nicht als Alternative, da damit nicht auf direktem Wege Wärme erzeugt bzw. bereitgestellt wird. Eine Wärmepumpe hingegen schon.

Heizen mit Strom? Mit Photovoltaik schon.

Welche Vorteile & Nachteile bieten jedoch eine Photovoltaik- Anlage beim Neubau?

Wenn beim Neubau die Entscheidung gefallen ist, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, sind folgende Vor- sowie Nachteile zu berücksichtigen.

Photovoltaik-Systeme sind im Allgemeinen in der Anschaffung etwas teurer als z. B. eine Solarthermieanlage. Jedoch sind sie wirtschaftlicher und müssen nicht so häufig wie das andere solare System gewartet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass einerseits umweltfreundlicher Strom aus Sonnenkraft produziert wird und andererseits die zusätzlich benötigten Stromkosten sich in einem geringen Rahmen halten. Diese zusätzlichen Kosten können wiederum teilweise durch die Einspeisevergütung, welche man für die Einspeisung von Stromüberschüssen ins öffentliche Netz erhält, abgedeckt werden. Wie sich die Einspeisevergütung zusammensetzt, erfahren Sie in einem unserer anderen Beiträge. Zu beachten ist aber, dass umso mehr Photovoltaik-Systeme in der EU installiert werden, desto geringer auch die Höhe der Einspeisevergütung wird. Hat man sich beim Bau für eine Luft- oder Erdwärmepumpe entschieden, so ist die Kombination mit einem Photovoltaik-System noch sinnvoller, da der hierfür benötigte Strom auch aus der Photovoltaik-System gezogen werden kann. Hierfür gilt die Voraussetzung, dass die beiden Zähler (für den Hausstrom & Strom für die Wärmepumpe) zusammengelegt sein müssen. Wie jedem Einwohner in Deutschland bekannt ist, ist die Sonnenstrahlung in Deutschland täglich nicht gleich. Daher müssen bestimmte Strommengen in der Nacht bzw. an sehr nebeligen Tagen vom Stromversorger zugekauft werden, sofern auch das Speichersystem geleert wurde.

 

Ist eine Photovoltaik – Anlage im Neubau Pflicht?

Aktuell (Stand November 2021) muss noch keine Photovoltaik-Anlage beim Neubau oder Dachsanierung installiert werden. Dies ändert sich jedoch ab dem kommenden Jahr. Das erste Bundesland, welches mit der PV-Pflicht beginnt, ist Baden-Württemberg. Ab dem 1. Januar 2022 müssen alle neugebauten Nicht-Wohngebäude mit einem Photovoltaik-System ausgestattet werden. Ab Mai 2022 gilt dies dann auch für Wohngebäude. Für Gebäude, welche von Dachsanierungen (Großteil der Dachfläche) betroffen sind, gilt die Pflicht ab dem Jahr 2023. In Hamburg und Berlin gilt ab 2023 für alle Neubauten die PV-Pflicht, wobei in Berlin auch schon bestehende Häuser mit Dachsanierungen betroffen sind. In Hamburg gilt die Regelung für bestehende Dächer erst ab 2025. In Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein müssen ab 2023 nur gewerbliche Neubauten mit Photovoltaik ausgestattet werden. Jedoch gibt es in diesen zwei Bundesländern für auch eine Regelung für öffentliche Parkplätze.

 

Wie wirtschaftlich ist eine Photovoltaik – Anlage beim Neubau?

Da sich die Strompreise in den letzten Jahren um einiges erhöht haben und eine Veränderung nicht in Aussicht ist, ist es von Vorteil, wenn man wenigstens einen Großteil des benötigten Stroms mit der eigenen Anlage abdecken kann. Bei der Wirtschaftlichkeit spielten Förderungen und Zuschüsse eine wesentliche Rolle. Photovoltaikanlagen werden zurzeit deutschlandweit nur indirekt von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) unter einer bestimmten Voraussetzung gefördert. Nur wenn der geplante Neubau einen Effizienzhausstandard erreicht, besteht die Wahl zwischen einem einmaligen Zuschuss (KfW 461) oder einem begünstigten Kredit (mit Tilgungszuschuss – KfW 261). In diesen beiden Fällen kann eine PV-Anlage mitgefördert werden. Der geplante Effizienzhausstandard entscheidet dann über die Höhe der Förderung. Welche Förderungen und Zuschüsse noch für Ihren Neubau in Frage kommen würden, kann Ihr Energieberater feststellen. Denn dieser ist stets am Laufenden, welche Förderungen und Zuschüsse in den jeweiligen Bundesländern, Regionen, Kreisen oder Städten gibt.

Das PV-System wird umso wirtschaftlicher, umso optimaler es genutzt wird. Worauf Sie dabei achten müssen und welche Kosten Sie dadurch einsparen können, können Sie hier weiterlesen. In der Regel hat sich eine Photovoltaik-Anlage nach ca. 10 Jahren amortisiert. Dabei gilt: umso höher der Energieverbrauch, desto niedriger die Anschaffungskosten pro benötigter Anlagen-Leistung und umso schneller hat sich die Anlage amortisiert.

 

Fazit:

Wie schon mehrmals erwähnt, ist eine Photovoltaik-Anlage umso wirtschaftlicher, je höher der Stromverbrauch ist. Wird daher beim Neubau bedacht, dass auch die Heizkosten wenigstens zum Teil mit dem Photovoltaik-Strom abgedeckt werden können, so ist einem nicht nur eine langfristige Planungssicherheit durch relativ „fixe“ laufende Kosten gewährt. Auch durch die Einhaltung von bestimmten Effizienzstandards des Neubaus reduzieren sich die Anschaffungskosten mithilfe von KfW-Fördermitteln.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Tatjana Rahman