Stromverbrauch im Einfamilienhaus 2021

 

Wie hoch ist eigentlich mein jährlicher Stromverbrauch? Diese Frage kann man eventuell noch beantworten. Aber ob dieser Verbrauch nun niedrig oder vielleicht gar zu hoch ist, können nur die wenigsten einschätzen. Hierbei gibt es auch keine einheitliche Antwort, da der jährliche Stromverbrauch von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. In diesem Beitrag erfahren Sie nicht nur, wie sich dieser zusammensetzt, sondern auch, wie er sich beeinflussen lässt. Denn in den meisten Haushalten wird mehr Strom verbraucht, als notwendig wäre!

 

Zusammensetzung des Stromverbrauchs

Nicht der Kühlschrank, der 365 Tage im Jahr eingeschaltet ist oder die Waschmaschine oder der Geschirrspüler, welche mehrmals die Woche betrieben werden, machen den größten Anteil des Stromverbrauchs aus. In Deutschland befindet sich auf Platz 1 die Unterhaltungselektronik wie der Fernseher oder Computer. In der folgenden Grafik ist die Zusammensetzung des Stromverbrauchs (ohne Wärmebereitung) abgebildet.

 

Zusammensetzung des Stromverbrauches im Einfamilienhaus

 

Stromverbrauch beeinflussen

Der ein oder andere fragt sich nun bestimmt, warum es relevant ist, den Verbrauch einzelner Geräte zu kennen. Den Grund dafür ist, dass man damit sogenannte Stromfresser identifizieren kann.

Nun ist es sinnvoll herauszufinden, ob die jeweiligen Verbräuche gerechtfertigt sind und ob die jeweiligen elektrischen Geräte so viel verbrauchen „dürfen“. Letzteres lässt sich über die sogenannten Energieeffizienzklassen beurteilen. Denn umso höher die Klasse, umso höher ist auch das Einsparungspotential. Dies führt nicht nur zu einem geringeren Stromverbrauch und einem geringeren CO2-Ausstoß, sondern auch zu jährlich reduzierten Stromkosten.

 

Energieeffizienzlabel

 

Aber was bedeutet eigentlich Energieeffizienz?

Hierbei spricht man von dem Maß des Energieaufwands zur Erreichung eines festgelegten Nutzens. Je niedriger die Verluste z. B. eines Gerätes sind, um den gewünschten Nutzen zu erreichen, desto höher ist die Energieeffizienz.

 

Weitere Einflussfaktoren

Der Stromverbrauch ist aber nicht nur von der elektronischen Ausstattung selbst, sondern auch von anderen Faktoren abhängig.

Zum einen ist die Anzahl an Personen, welche in einem Haushalt leben, entscheidend. Umso höher die diese ist, umso höher ist auch der Verbrauch. Jedoch ist hier zu bedenken, dass ein Haushalt, indem z. B: 4 Personen leben, weniger Strom verbraucht, als wenn jede Person einen eigenen Haushalt führen würde. Der Grund dafür ist, dass verschiedene Geräte wie z. B. der Kühlschrank oder die Waschmaschine gemeinsam genutzt werden.

Zum anderen hängt die Höhe des Verbrauchs auch davon ab, ob es sich um ein Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus handelt. Bei einem Einfamilienhaus sind die Kosten wie für die Außenbeleuchtung und Garage pro Kopf höher als bei einem Mehrfamilienhaus.

Zudem spielt es eine wesentliche Rolle, wie das Warmwasser aufbereitet wird. Wird dieses mit Strom erhitzt, so erhöht sich der Verbrauch pro Kopf um etwa 350 kWh jährlich. Eine elektrische Warmwasseraufbereitung ist z. B. sinnvoll, wenn man selbst Strom mit einer Photovoltaikanlage produziert.

 

Durchschnittlicher Stromverbrauch im deutschen Einfamilienhaus (pro Jahr)

Da wie schon erwähnt der Stromverbrauch von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig ist, sind in der folgenden Tabelle die jährlichen Durchschnittsverbräuche (in kWh) deutscher Haushalte angegeben, welche in einem Einfamilienhaus leben. Diese Werte beziehen sich weiters nur auf Einfamilienhäuser, welche sich nach der Haushaltsgröße und Warmwasseraufbereitung unterteilen.

 

Haushaltsgröße (Anzahl der Personen)Jährl. Stromverbrauch

(in kWh)

Jährl. Stromverbrauch mit elektr. Warmwasserbereitung
12.3002.500
23.0003.500
33.5004.500
44.0005.000
55.0006.100

 

Diese Werte zeigen lediglich den deutschen Durchschnitt und nicht den optimalen Verbrauch.

Ein wichtiger Faktor ist jedoch hier nicht berücksichtigt – die Wärmepumpe. Heizt man sein Einfamilienhaus mit dieser Technik, so wird zum Betreiben nochmal Strom verwendet. Die jährlichen Verbräuche inklusive einer Erd- oder Luft-Wärmepumpe unterscheiden sich erheblich zum normalen Strombedarf. Auch hier ist die Stromgewinnung aus einer eigenen Photovoltaikanlage sinnvoll, wenn nicht nur das Warmwasser, sondern das gesamte Haus mit Strom erhitzt wird. Denn umso höher der Stromverbrauch, umso geringer ist der Preis der kWh, welcher mit dem eigenen Photovoltaik-System erzeugt wurde.

 

Optimaler Stromverbrauch im deutschen Einfamilienhaus (pro Jahr)

Der optimale Stromverbrauch sieht etwas anders aus! Diese Verbrauchsgrößen spiegeln vielen vergleichbaren Tabellen den niedrigsten Verbrauch wieder.

 

Haushaltsgröße (Anzahl der Personen)Jährl. Stromverbrauch

(in kWh)

Jährl. Stromverbrauch mit elektr. Warmwasserbereitung
11.300 – 1.6001.500 – 1.900
22000 – 2.4002.400 – 3.000
32.500 – 30003.000 – 3.500
42.700 – 3.3003.500 – 4.000
53.200 – 4.0004.000 – 5-000

 

Fazit

Durch die gegebenen Richtwerte lässt sich identifizieren, inwieweit der eigene jährliche Strombedarf abweicht. Keine Sorge, nur die wenigsten Haushalte erreichen tatsächlich diesen Wert. Die Differenz soll einen nur aufmerksam machen, wie hoch das Einsparungspotential jedes einzelnen Geräts und der Häufigkeit der Verwendung ist. Und da EU-weit mittlerweile jedes größere Gerät wie z. B. Kühlschrank oder Waschmaschine und auch Lampen und Leuchtmittel mit einem Energieeffizienzlabel ausgezeichnet werden müssen, ist die Identifizierung der großen Stromfresser nicht mehr all zu schwer!

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Tatjana Rahman