Die Klimapläne der neuen Ampel-Regierung

 

Im Sommer 2021 hat der Deutsche Bundestag das Bundes-Klimaschutzgesetz erneuert. Daher war der Klimaschutz schon bei den Wahlen der neuen Regierung ein sehr zentrales Thema. Schlussendlich hat sich die neue Ampel-Koalition auf eine Vielzahl an Vorhaben geeinigt und im neuen Koalitionsvertrag festgehalten, welcher aus 177 Seiten besteht. Doch wie genau soll es nun mit dem Klimaschutz weitergehen? Was ist der Plan, um die neuen Ziele zu erreichen? Was wurde speziell zur elektrischen Energie beschlossen was vor allem für das Thema Photovoltaik?

 

Klimabeschlüsse allgemein

Das Wort Klima kommt tatsächlich 198 Mal im neuen Vertrag vor. Dies kann schon als Revolution angesehen werden, wenn man bedenkt, dass es im letzten Vertrag nur 74 mal erwähnt wurde. Wie schon erwähnt, wird der Fokus hier auf das Thema Strom gelegt. Um privaten Haushalten bis hin zu Konzernen ein nachhaltigeres, lebenswertes Deutschland bieten zu können, ist das wichtigste Ziel das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, welches von der CO2-Reduktion abhängt. In den folgenden Absätzen wird daher erklärt, wie sich dieses Ziel einhalten lässt.

 

Kohleausstieg

Ein sehr präsentes Thema ist der Kohleausstieg, welcher erst in diesem Sommer auf 2038 gelegt wurde. Jedoch hat man schon während des Wahlkampfes gehört, dass diese Deadline auf 2030 vorverlegt werden soll. Gelingt es dem Staat zu diesem Zeitpunkt nicht, gibt es aktuell noch keine Bnicht diesem Zeitpunkt Das neue Ende der Kohleverstromung wird aber nur idealerweise angestrebt, was bedeutet, dass keine rechtlichen Maßnahmen bei Nicht-Einhaltung festgelegt wurden. Der Grund für die Vorverlegung ist, dass die Gewinnung von Strom aus Kohle ein sehr großer CO2-Produzent ist. Daher wurde auch der CO2-Preis von 60 Euro pro Tonne nicht nur in Deutschland, sondern der gesamten europäischen Union festgelegt, da dies ein Wert ist, ab dem Kohlekraftwerke nicht mehr wirtschaftlich funktionieren.

 

Erneuerbare Energien

Allgemein wurde festgehalten, dass bis 2030 80 % der benötigten Energien aus erneuerbaren Energieträgern kommen soll. Hierbei wurde nicht nur das frühere Ziel von 65 % um 15 Prozentpunkte erhöht, sondern auch mitbedacht, dass der Strombedarf sich in diesem Zeitraum erhöhen wird. Denn um CO2 reduzieren zu können, müssen fossile Brennstoffe wie Erdöl reduziert werden. Daher werden bekannter Weise in den letzten Jahren Ölheizungen durch Wärmepumpen (welche mit Strom betrieben werden) und konventionell betriebene Transportmittel mit Elektromotor ersetzt. Daher wurden einige Punkte im Koalitionsvertrag festgehalten, welche sich um den Ausbau der erneuerbaren Energiesysteme drehen.

 

Windenergie

Da es in der Vergangenheit immer viel Wirbel um diese Form der Energieumwandlung gegeben hat, liegt der Fokus des Ziels nicht in der installierten Leistung, welche zusätzlich ausgebaut werden soll. Ziel ist es, 2 Prozent der Fläche Deutschlands für Windenergie zur Verfügung stellen, da es u. a. immer wieder Probleme bei der Platzfindung gegeben hatte. Auch andere Hindernisse wie Klagen wegen des Tier- und Artenschutzes waren keine Seltenheit. Daher wird es künftig ein einheitliches Bewertungssystem geben, um die Planung zu beschleunigen und um eine Rechtssicherheit gewährleisten zu können. Aber der alleinige Ausbau von Windenergie ist nicht genug!

 

Photovoltaik

Eine sichere und große Energiequelle stellt die Sonne dar und die Stromgewinnung weißt in Deutschland noch ein riesiges Potential auf. Aktuell sind nur ca. 12 Prozent der Ein-/Zweifamilienhäuser mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, welches für besagte Objekte in Zukunft zur Regel und für Gewerbe verpflichtend sein soll! Um dies für einzelne attraktiver zu gestalten, wurde festgehalten, dass das Vergütungssystem für überschüssigen, ins öffentliche Netz eingespeisten Strom geprüft wird, was aber eine Veränderung nicht verpflichtend macht.

 

Energieeffizienz

Dieses Thema wurde kaum angesprochen, welches durch das zweimalige Erwähnen ausgedrückt wird. Die neue Regierung denkt also nicht, dass es große Einsparpotentiale von Energie gibt. Jedoch aber gibt es einzelne Beschlüsse, welche eine Energieeffizienz mit sich ziehen, wie z. B. der Produktlebenszyklus, welcher bei zukünftigen Produkten langlebig, reparierbar und recyclebar sein soll. Auch in Bezug auf Lebensmittel wurde angesprochen, dass künftiger weniger Fleisch konsumiert werden soll, womit einige Kilowattstunden Strom und somit auch Tonnen an CO2 eingespart werden können.

 

Verkehr

Nicht nur die Kohleverstromung sondern auch der Verkehr hinterlässt einen signifikanten Wert, wenn es um den CO2-Ausstoß geht. Daher hat sich die neue Regierung hier ein sehr sportliches Ziel gesetzt. Bis 2030 sollen 15 Millionen Elektroautos auf der Straße sein. Sportlich deshalb, da aktuell erst 0,8 Millionen reine E-Autos in Deutschland als Transportmittel genutzt werden. Alleine dieses Ziel wird stark kritisiert, da der Vertrag keine Instrumente zur Erreichung dieses Ziels aufweist. Denn es gibt keine Reform der Dienstwagenbesteuerung und voraussichtlich wird es bis 2026 auch keine Anpassung der CO2-Abgabe geben, welche aktuell einen Preis von 25 Euro pro Tonne aufweist. Dies wurde von den Grünen damit gerechtfertigt, dass die Energiepreise aktuell hoch genug sind und dass es wichtig sei, dass der Preis gehalten wird.

Ist dieses Vorhaben jedoch realistisch? Anscheinend ist der Wert von 15 Millionen E-Autos gerechtfertigt, da sonst die Klimaziele nicht eingehalten werden können. Dies jetzt jedoch voraus, dass der Anteil an Hybrid-Fahrzeugen (Plug-Ins) begrenzt werden muss.

 

Fazit

Wenn man sich das Vorhaben der neuen Ampelregierung genauer unter die Lupe nimmt, merkt man schnell, dass dieses sehr ambitioniert ist. Es wurde von Kritikern auch betont, dass dieses nur zu erreichen ist, wenn die festgehaltenen Klimaziele von allen Ministerien ernstgenommen und unterstützt werden.

Wie man nun beim Thema Photovoltaik erkennen kann, liegt vor allem der Fokus bei den Neubauten. Für ältere Objekte ist noch kein Anreiz in Sicht. Wie in einem anderen Artikel schon erwähnt, gibt es einige Bundesländer, welche eine PV-Pflicht in den nächsten Jahren auch für Dachsanierungen (bei denen ein Großteil der Daches saniert wird) vorsieht. Eine Pflicht bedeutet aber nicht automatisch, dass dies auch gefördert wird. Somit kann erreicht werden, dass weniger neue Häuser gebaut werden. Dies kommt dem Klima ebenfalls zugute, da die benötigten Rohstoffe wie Beton sehr viel CO2-belastet sind. Für jene, gut erhaltene Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. jene, die es beim Neubau noch nicht mit umsetzen konnten, wird der Hoffnungsschimmer wieder erstickt. Das Thema einer bundesweiten Förderung für Photovoltaik wurde im Koalitionsvertrag also nicht festgehalten. Ob einzelne Städte neue Förderungen ausschreiben, bleibt aber offen. Zum Beispiel hat die Stadt Darmstadt in Hessen ein neues Förderprogramm auf den Weg gebracht, welche nicht nur Photovoltaik für das Eigentum unterstützen, sondern auch für gemietete Objekte  Mini PV-Anlagen oder auch bekannt als „Balkonmodule“. Festgehalten wurde nur, dass das Vergütungssystem überprüft wird. Dies würde zusätzlich zu teurer werdenden Energiekosten immerhin einen Anreiz für keine „Neu-Bauer“ schaffen.

Nicht zu vergessen ist die Aussage des Grünen-Mitglieds, welche gemeint hat, dass die aktuellen Energiepreise hoch genug sind und deshalb voraussichtlich bis 2026 der CO2-Preis nicht angehoben wird. Dies würde bedeuteten, dass fast sicher steht, dass die Energiepreise in der nächsten Zeit auch nicht sinken werden! Allein diese Tatsache bestätigt, dass es sich lohnt sich über das Thema Photovoltaik zu informieren und sich wenigstens durchrechnen zu lassen, ob sich ein System wie dieses für’s Eigenheim lohnt!

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Tatjana Rahman