Lohnt sich ein Photovoltaik-System für Sie?

 

Jeder, der schon einmal von Photovoltaik gehört hat, weiß nicht nur, dass damit Strom gewonnen werden kann, sondern auch, welche Vorteile das System mit sich bringt. Mit einem Photovoltaik-System auf dem eigenen Dach kann man nicht nur (fast) unabhängig vom Energieversorger Strom verbrauchen. Man spart auch CO2-Emissionen ein, da bei der Umwandlung von Sonnenenergie zu elektrischer Energie nicht wie bei Kohlekraftwerken durch Verbrennungsprozesse CO2 und andere Schadstoffe freigesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass jener Strom, den ich selbst nicht verwenden kann, ins öffentliche Netz eingespeist wird und ich dafür eine Einspeisevergütung bekomme. Kurz gesagt, die Energiekosten sind von Preissteigerungen befreit. Falls man überschüssigen Strom produziert, bekommt man dies vergütet und leistet auch noch seinen Beitrag für die Umwelt. Der größte Vorteil liegt aber darin, dass die produzierte Kilowattstunde einer Photovoltaikanlage aktuell günstiger ist, als jene, die vom Energieversorger bezogen wird. Damit eine Photovoltaik-Anlage auch optimal funktioniert und sich dann lohnt, müssen zuerst wichtige Punkte abgeklärt werden.

 

Gebäude

Grundsätzlich sollte einem klar sein, dass man selbst Eigentümer des Hauses ist, auf dem man ein Photovoltaik-System installieren will. Denn als Mieter hat man kein Recht darauf, das Dach für die Anlage zu beanspruchen. Es muss aber nicht immer das Dach des Hauses mit Photovoltaik-Modulen belegt werden, auch die Garage, das Carport oder das Dach der Gartenhütte könnten dafür verwendet werden. Wichtig ist nur, dass das Dach nicht mit Blech, Bitumen, Reet oder Schiefer bedeckt ist. Fakt ist aber, dass es hier um Eigentum handeln muss!

 

Lage für Photovoltaik

Um die Energiegewinnung der Anlage nicht einzuschränken, sollte die vorgesehene Fläche weitestgehend frei von Schatten sein. Alles weitere wie die Ausrichtung, Neigung, verfügbare Quadratmeter usw. sollte von einem Experten überprüft werden. Der Zeitpunkt der Überprüfung bzw. Einschätzung sollte auch nicht allzu weit in der Vergangenheit liegen, da sich die Effizienz der Anlagen in den letzten 20 Jahren verändert hat.

Wer nun denkt, dass es in Deutschland zu wenig Sonnenstunden gibt, hat sich geirrt. Denn hier bekommt eine Photovoltaikanlage in den allermeisten Fällen ausreichend Sonne, damit die Anlage auch genügend Ertrag erzielt und sich die Anlage auch lohnt.

 

Stromverbrauch

Gibt es bis jetzt noch nichts gegen ein Photovoltaik-System einzuwenden, sollte überprüft werden, ob der jährliche Stromverbrauch auch ausreicht, damit sich die Anlage auch wirtschaftlich rentiert. Unter Berücksichtigung der aktuellen System- und Betriebskosten, sollte sich der Verbrauch pro Jahr schon auf mindestens 2.000 bis 3000 Kilowattstunden belaufen. Hat man den Verbrauch nicht im Kopf bzw. weiß noch gar nicht, wie hoch dieser ist, kann man sich auch an die Höhe der Stromabschlagszahlung halten. Beträgt dieser um die 100 Euro, so lohnt sich eine Durchrechnung auf jeden Fall! Dabei darf man auch nicht vergessen, dass in den letzten 20 Jahren die Stromkosten nie wirklich gesunken, sondern insgesamt angestiegen sind, was nicht nur auf die Inflation zurückzuführen ist.

 

Kosten

Um nun die aktuellen Kosten, welche der Energieversorger bekommt mit jenen eines Photovoltaik-Systems zu vergleichen, werden im Folgenden die Kosten für Photovoltaik aufgelistet. Diese beziehen sich nicht nur auf die Anschaffung selbst, sondern sich auf die gesamte Lebensdauer einer Photovoltaikanlage inkl. Stromspeicher.

 

Kosten einer Photovoltaikanlage(Alle Preise exkl. 19 % USt)
PV-Anlage (Module) inkl. Installation1.191 – 1.721 € pro kWp (einmalig)
WechselrichterCa. 1.200 – 1.500 € (ein – zwei Mal)
Stromspeicher6.134 – 10.924 € (ein – zwei Mal)
Betriebs- und ReparaturkostenCa. 148-169 € (einmalig) + ca. 8 €/kW (jährlich)
Versicherung150 – 250 € (jährlich)
Monitoring, Fernwartung & Smart Home App50 – 70 € (jährlich)

 

Wie jeder weiß, ist Sonnenenergie unerschöpflich und kann kostenfrei verwendet werden. Demnach muss man selbst erstmal nur für die Anschaffungs- und Installationskosten der Anlage aufkommen. Jedoch muss man bedenken, dass es sich bei einem Photovoltaik-System um eine Anlage handelt, welche auch wie jede andere Anlage behandelt werden muss. Das bedeutet, dass sie gewartet, versichert gereinigt und eventuell repariert oder Einzelteile ausgetauscht werden müssen. Daher ist es auch sehr empfehlenswert, Leistungen (wie Versicherung, Monitoring, Garantielaufzeiten, usw.), welche anfallen, schon beim Angebotsvergleich zu überprüfen. Diese können nämlich schon (teilweise) in den Anschaffungskosten enthalten sein.

 

Module bzw. PV-Anlage

Gleich bei den Kosten für die Photovoltaik-Anlage selbst, welche sich hauptsächlich auf die Module (inkl. Installation) beziehen, wird sich hier auf die maximale Leistung (kWp) bezogen. Weiters erkennt man, dass die Spanne relativ groß ist, welche nicht nur von der Modulart (monokristallin, polykristallin, Dünnschicht) abhängig ist, sondern auch, ob die einzelnen Module mit Leistungsoptimierern ausgestattet werden oder nicht. Wer hier finanziellen Spielraum hat, sollte sich lieber mehr, als zu wenig Module aufs Dach packen, denn die doppelte Größe der Anlage, kostet nicht doppelt so viel, produziert aber so viel. Und wie schon erwähnt, bekommt wird einem der überschüssige Strom vergütet.

 

Wechselrichter & Stromspeicher

Beide dieser Bestandteile weisen meistens eine kürzere Lebensdauer als PV-Module auf. Aktuell beträgt die durchschnittliche Lebensdauer 10 bis 15 Jahre, wobei es auch hier Unterschiede gibt bzw. auch Produkte gibt, die weitaus länger halten. Es muss aber bei der Entscheidung einer eigenen Stromanlage bedacht werden, dass diese Bestandteile womöglich erneuert werden müssen.

 

Sonstige Leistungen

Bei allen anderen Leistungen kann hier grob mit den angegebenen Werten gerechnet werden. Wie aber schon erwähnt, ist zu prüfen, ob bestimmte Leistungen schon bei der Anschaffung inkludiert sind. Demnach sollte sich eine Anlage nach ca. zehn bis 15 Jahren abbezahlt haben.

 

Aktuelle Stromkosten

Möglicherweise sind die anfallenden Kosten für ein PV-System für mache abschreckend. Es darf aber nicht vergessen werden, dass im Allgemeinen die Energiekosten seit Jahren kontinuierlich angestiegen sind und dieser Trend auch anhält. Hingegen sind in den letzten 20 Jahren die Kosten für Photovoltaik um ca. die Hälfte gesunken, wodurch die selbst produzierte im Vergleich zur angebotenen Kilowattstunde am Markt günstiger wird.

 

Warum sich Photovoltaik aktuell lohnt

 

Die EV-Bilanz stellt hier die Differenz zwischen Strompreis und PV-Kosten dar, welches den un-/wirtschaftlichen Eigenverbrauch darstellt.

 

Fazit

Ist man Eigentümer einer Immobilie und die Fläche dafür geeignet, kann für jeden das passende System gefunden werden. Da aktuell die Strompreise und der eigene Energieverbrauch (aufgrund von Umstellung des alten Heizsystems auf Wärmepumpen, E-Mobility, mehr Elektronikgeräte pro Haushalt) immer höher werden, die Kosten für ein Photovoltaik-System aber immer geringer werden, lohnt sich die Anschaffung in vielen Fällen.

Wurde ein Photovoltaik-System schon einmal in Erwägung gezogen, aber z. B. die gewünschte Fläche nicht für optimal empfunden, so ist es nicht verkehrt, dies noch einmal überprüfen zu lassen!

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Tatjana Rahman