Die Energieeffizienzklasse für Ihr Haus!

 

Nicht nur Elektrogeräte, sondern auch Gebäude können aufgrund Ihrer Effizienz bewertet werden (Einstufung in eine Energieeffizienzklasse) und mit einem Energieausweis ausgestattet werden. Die Ausweisung eines Wohngebäudes (auch bei Mietwohnungen) wurde im Jahr 2014 eingeführt und seit 2020 im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgehalten und somit Pflicht. Diese Einstufung dient dazu, dass Hausbesitzer einschätzen können, wie hoch ihr Einsparungspotential an Heizkosten ist. Umso höher die Effizienzklasse, umso geringer die Heizkosten und dadurch auch das Einsparungspotential. Würde man also eine Wohnung oder ein Haus, welches vor 2014 gebaut wurde vermieten wollen, muss nachträglich für das Gebäude eine Bewertung durchgeführt werden und ein Energieausweiß erstellt werden.

 

Was sagt die Energieeffizienzklasse aus?

Wie der Name schon selbst verrät, sagt die Energieeffizienzklasse etwas über die Energieeffizienz des Hauses aus. Einfach gesagt, gibt die Klasse an, wie viel Energie gebraucht wird, um einen Raum auf eine festgelegte Standardtemperatur zu erwärmen. Um unterschiedlich große Häuser miteinander vergleichen zu können, bezieht man sich immer auf einen Quadratmeter Wohnfläche. Die Angabe für die benötigte Energie ist dabei die Kilowattstunde, da diese auch auf den meisten Abrechnungen (für Gasheizungen, strombetriebene Heizsysteme).

 

Welche Energieeffizienzklassen gibt es?

Wie man in der nachfolgenden Abbildung erkennen kann, welche einen Abschnitt des Energieausweißes darstellt, beginnt die Einteilung in die Klassen bei A+ und endet bei H. Wie man sich denken kann, ist die Klasse A+, die höchste bzw. beste Klasse und die Klasse H, die niedrigste Klasse bzw. schlechteste, die ein Wohngebäude erhalten kann.

 

Abschnitt des Energieausweises mit Energieeffizienzklasssen

 

Weiters erkennt man hier die Einteilung der Klassen, wo man ungefähr seinen eigenen Energieverbrauch in kWh pro Quadratmeter einordnen kann. Für jene, die es ganz genau wissen wollen, ist unterhalb eine Tabelle zu abgebildet, in der die Grenzen deutlich aufgelistet sind.

 

Energieeffizienzklassen

 

Wird unter den Energieeffizienzklassen dasselbe wie unter dem KfW Effizienzhaus Standard verstanden?

Nicht so ganz! Wenn man den Energieausweis genau betrachtet, erkennt man, dass zwei Pfeile eingezeichnet werden, welche einerseits die benötigte Endenergie (in kWh) und andererseits die Primärenergie (in kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche anzeigen. Bei der Einstufung in die Energieeffizienzklassen geht man immer von der Endenergie aus und beim KfW Effizienzhaus Standard ist der Ausgangspunkt immer die Primärenergie! Doch worin unterscheiden sich diese?

 

Unterschied zwischen Primär- und Endenergie

Die Primärenergie ist jene Energie, die aufgewendet (in ein System hineingepackt) werden muss, welche „verarbeitet“ und in Energie umgewandelt wird. Viele Systeme können aber nicht zu 100 Prozent die hineingesteckte Energie in die gewünschte Energieform oder an den gewünschten Ort transportieren, ohne dabei etwas an Energie zu verlieren (Verluste). Daher ist die Endenergie im Regelfall niedriger als die Primärenergie und ist jene Energie, die (hier) zur Erwärmung von Wohnräumen oder Brauchwasser (Trinkwasser) tatsächlich genutzt werden kann.

 

Wodurch wird der thermische Energieverbrauch und dadurch Energieeffizienzklassen beeinflusst?

Da schon erwähnt wurde, dass es um den Heizbedarf geht, steht fest, dass umso besser (also effizienter) ein Heizsystem funktioniert, umso weniger Energie aufgewendet werden muss, um den Raum auf eine bestimmte Temperatur zu erwärmen. Das Heizsystem kann aber noch so gut arbeiten und der Raum kalt bleiben, wenn das Haus zu wenig oder gar nicht gedämmt ist.

 

Fazit:

Gerade jetzt, wo die Energiepreise durch die Decke gehen, lohnt sich ein Blick auf den Energieausweis bzw. kann selbst einfach errechnen, wie effizient das Gebäude bzw. das Heizsystem arbeitet. Aber nur, weil einem der aktuelle Verbrauch und die damit verbundenen Kosten viel vorkommen, heißt noch nicht, dass es dies wirklich ist, nur weil es vielleicht früher anders war. Erst wenn man weiß, wie gut das eigene Haus abschneidet, kann oder soll überlegt werden, ob ein Haus und oder das Heizsystem saniert werden sollte. Hier kann nachgelesen werden, welche Gegebenheiten eine Dämmung des Daches bzw. Dachgeschosses, der Außenwand oder eine Sanierung des Heizkessels erfolgen muss!

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Tatjana Rahman