Welche Vor- & Nachteile die Zeitumstellung mit sich bringt & welchen Effekt dies auf Photovoltaik-Systeme hat!

 

Schon oft stand die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung zur Diskussion, da diese Umstellung jedes Mal gewaltige administrative Kosten mit sich bringt. Ganz einig ist man sich dabei aber nicht, ob dann ganzjährig die Winterzeit oder die Sommerzeit herrschen soll. Eine nicht-repräsentative Umfrage der EU hat dabei ergeben, dass sich über 80 Prozent eine Abschaffung wünschen und die Sommerzeit beibehalten werden soll. Auch für viele Photovoltaik-Besitzer würde eine dauerhafte Sommerzeit von Nutzen sein!

 

Warum wurde die Zeitumstellung eingeführt?

Der hauptsächliche Grund für die Zeitumstellung ist es, vor allem die Menge an künstlicher Beleuchtung einzusparen, indem das Tagesgeschehen an die hellen Zeiten angepasst werden. Somit sollte vor allem in den Übergangszeiten (einige Wochen vor und nach der Zeitumstellung) der elektrische Energiebedarf in den Abendstunden verringert werden, auch wenn man dadurch in den Morgenstunden etwas mehr als üblich verbrauchen würde. Der verlängerte Tag (Verlängerung am Abend) sollte die mehr verbrauchte Energie in der Früh aber wieder wett machen, da man mehr Strom am Abend benötigt. Dabei kommt es zu einer Energieeinsparung von ca. 10 % im Privathaushalt im Gegensatz dazu, wenn man auch in den Sommermonaten Winterzeit hätte. Durch eine Studie, welche an einer deutschen Universität durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass die höchste Stromersparnis bei dauerhafter Sommerzeit erzielt werden würde!

 

Welche Vorteile hat die Zeitumstellung im Allgemeinen?

Zusätzlich bringt die Sommerzeit den Effekt mit sich, dass die späteren Stunden mehr für Freizeitaktivitäten (wie Gastronomie-, Kinobesuche oder andere Aktivitäten/Freizeitbesuche) außerhalb des Hauses genutzt werden, da es ja im Sommer länger hell ist und auch die Temperaturen angenehmer sind. So werden nicht nur Energiekosten für Beleuchtung, sondern auch andere Elektrogeräte reduziert. Die Kosten, die wiederum durch die erwähnten Aktivitäten anfallen, wurden dabei nicht berücksichtigt.

 

Welche Nachteile bringt die Zeitumstellung mit sich?

Wie anfangs schon erwähnt, fallen durch die Zeitumstellung enorme administrative Kosten an. Aber auch andere Nachteile wie der Mehrverbrauch an Treibstoff, Mehrverbrauch an Heizenergie (trifft v. a. in kühleren Regionen zu und wenn das Haus schlecht gedämmt ist), reduzierte Leistung am Arbeitsplatz, erhöhtes Aufkommen an Verkehrsunfällen, Störungen des Schlafrythmus/Biorythmus sind bekannt.

 

Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf Photovoltaik-Systeme aus?

Ist man Besitzer/Beitreiber einer Photovoltaik-Anlage, wo der gesamte gewonnene Strom direkt eingespeist und vergütet wird (ohne Eigenverbrauch), so hat die Zeitumstellung keine Auswirkungen auf den Ertrag. Denn die Photovoltaik-Anlage ist von der Sonneneinstrahlung und nicht von eingeführten Uhrzeiten abhängig. Aktuell wird aber immer mehr PV-Strom aufgrund hoher und weiter steigender Energiekosten selbst genutzt, wo sich die Umstellung auf Sommer- oder Winterzeit sehr wohl auf den Ertrag auswirkt. Eine dauerhafte Umstellung auf die Sommerzeit wäre vor allem von Vorteil, wenn man auf den Umstellungsaufwand verzichten will. Aber auch auf den Photovoltaik-Ertrag hätte die Umstellung einen kleinen positiven Effekt. Würde man hingegen eine dauerhafte Winterzeit einführen, so wäre es in Hinsicht auf selbstgenutzte Photovoltaik-Systeme um einiges schlechter als der aktuelle Wechsel!

 

Fazit

Die Umstellung von Sommer- auf die Winterzeit und umgekehrt wirkt sich zwar positiv auf den Photovoltaik-Ertrag aus, wobei eine permanente Winterzeit nicht für den Eigenverbrauch des selbst gewonnenen PV-Stroms spricht! Dies trifft v. a. auf Photovoltaik-Anlagen zu, welche nicht mit einem Stromspeicher verknüpft sind. Fakt ist auch, umso größer die installierte Photovoltaik-Leistung, desto mehr wirkt sich die Zeitumstellung auf den Ertrag aus! Trotzdem bedeutet es nicht, nur weil man über das gesamte Jahr an Strom eingespart hat, sich die Energiekosten verringert haben. Bei dauerhafter Sommerzeit wäre nämlich der Heizbedarf v. a. in den Morgenstunden höher (betrifft jene, die mit fossilen Rohstoffen oder auch Holz bzw. Holzprodukte heizen)! Heizt man jedoch mit Strom (z. B. mit einer Wärmepumpe) oder hat ein kombiniertes System installiert (z. B. Gasheizung mit Solarthermie für die Warmwasser-Bereitung), so trifft dies nicht zu!

 

Zudem wurde heute (Stand: 21.3.22) beschlossen, dass bis 2026 die Zeitumstellung erst einmal nicht abgeschafft wird.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Tatjana Rahman