Strom sparen im Jahr 2022 – aber wie? Teil 1

 

Täglich bekommt man zu spüren, dass Energie und dadurch auch die meisten anderen Produkte und Dienstleistungen teurer werden. Denn um etwas zu produzieren oder anbieten zu können, werden meist Strom oder Wärme eingesetzt. Für die meisten Haushalte bedeutet das, dass irgendwo gespart werden muss, damit die Lebenshaltungskosten für die einen bezahlbar bleiben bzw. für andere es keine bis wenige Einschränkungen gibt. Aber nicht alle Bereiche lassen sich beeinflussen. Wohnt man z. B. in einer ländlichen Gegend ist der Arbeitsweg meist unrealistisch mit öffentlichen Transportgütern (pünktlich bzw. ohne großen Zeitaufwand) zu erreichen. Also kann hier an Brennstoffkosten für den PKW kaum eingespart werden. Jedoch kann man den Stromverbrauch im Haushalt durch zahlreiche Maßnahmen reduzieren.

 

Identifizierung von Stromfressern

Damit man den Stromverbrauch im Haushalt beeinflussen kann, sollte man sich folgende Fragen stellen:

 

Muss dieses elektrische Gerät benutzt werden oder kann diese Strommenge gespart werden?

Oft ist es schon zur Gewohnheit geworden, manche Geräte zu benutzen, ohne dass man sie wirklich braucht. Manche mögen es, beim Kochen, im Home Office oder sonstigen Tätigkeiten nebenbei den Fernseher oder andere Unterhaltungsgeräte laufen zu lassen, ohne dass man aktiv wahrnimmt, was abgespielt wird. Denn Unterhaltungsgeräte verursachen den größten Anteil (ca. 28 Prozent) des Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushaltes in Deutschland. Eine genauere Zusammensetzung des Stromverbrauchs finden Sie hier. Den zweithöchsten Verbrauch verursachen Waschmaschinen und Wäschetrockner. Wäsche muss gewaschen werden, das ist keine Frage. Aber wirklich jedes Kleidungsstück nach ein- bis zweimaligem Tragen? Weißt es keine sichtbaren Flecken auf, könnte man dies auch einfach ins freie hängen und auslüften lassen. Ansonsten reichen der ECO-Waschgang bzw. die voreingestellten 30° aus, um die meisten Kleidungsstücke wieder sauber zu bekommen (ein Waschgang bei 30° verbraucht ca. 1/3 der Energie eines 60° Waschgangs! Gewaschene Wäsche muss auch nicht unbedingt mit dem Wäschetrockner getrocknet werden. Denn Trockner verbrauchen doppelt so viel Strom wie das Waschen selbst!

 

Muss dieses Gerät dauerhaft in Betrieb sein oder gibt es andere Nutzungsweisen, um Strom zu sparen?

Es gibt nur wenige Geräte im Haushalt, welche wirklich dauerhaft in Betrieb sein müssen wie z. B. Kühlschrank und Gefriertruhe/-schrank. Daher sollte man sich mal überlegen, welche Geräte dauerhaft „in Betrieb“ oder anders gesagt, an der Steckdose angesteckt sind. Ist die Liste erstellt, sollte man sich fragen, welche davon im Standby-Modus wie z. B. der PC oder Laptop laufen. Denn was viele nicht wissen – auch hier wird Strom verbraucht, zwar weniger, aber dennoch genügend Strom. Der Standby-Modus ist für kurze Abwesenheiten wie z. B. die Mittagspause optimal. Bei längerer Nicht-Nutzung z. B. über Nacht oder sogar einen oder mehrere Tage, sollte das Gerät ganz abgeschaltet werden. Worüber bestimmt wenige nachgedacht haben ist der WLAN-Router. Dieser ist meist dauerhaft in Betrieb und in manchen Fällen muss es auch so sein z. B. benötigt ein Photovoltaik-Wechselrichter und -Speicher eine Internetverbindung, damit diese miteinander „kommunizieren“ können. Ist dies nicht vorhanden, könnte man es ausprobieren, diesen jede Nacht abzuschalten. Vielleicht hat dies nicht nur einen positiven Effekt den Stromverbrauch, sondern auch auf den Schlaf, weil nicht mehr ewig bis in die Nacht, das Smartphone genutzt wird?!

Bleiben wir beim Beispiel PC oder Laptop. Dieser und auch viele andere Geräte sind meist in wenigen Stunden vollständig geladen. Oft hängen diese aber über die ganze Nacht an der Steckdose, was nicht sein muss!

 

Ist es sinnvoll, das Gerät gegen ein energieeffizienteres Produkt zu tauschen?

Der Gebrauch mancher elektronischen Produkte kann jedoch nur schwer oder kaum eingeschränkt werden. Deshalb ist es sinnvoll, den Stromverbrauch aller Geräte zu berechnen, welche dauerhaft oder viel in Verwendung sind. Wie Sie den Stromverbrauch eines Geräts berechnen, kann hier nachgelesen werden. Vergleicht man dann den Stromverbrauch mit neuen, energieeffizienten Geräten, kann schnell feststellen, wie hoch die Differenz pro Jahr ist und ob sich eine Neuanschaffung (Ersatz des alten Produkts) lohnt und in wie vielen Jahren sich dies amortisiert hat. Ist die Amortisation kürzer als die Nutzungsdauer eines Geräts, lohnt sich in vielen Fällen der Austausch. Dies gilt vor allem für Gefrier- und Kühlgeräte.

Die genannten Tipps wurden nun eher allgemein gehalten. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, wird es einen Folgeartikel geben (Teil 2), wo spezifischere Tipps genannt werden.

 

Dieser Artikel wurde verfasst von: Tatjana Rahman